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Handykette selber machen: DIY-Anleitung mit ehrlichem Kostenvergleich (2026)
Eine Handykette selber machen geht. Du brauchst Kordel oder Perlen, zwei Metall-Karabiner, eventuell einen Zwischenverschluss, und etwa zwei Stunden Zeit. Die Materialkosten liegen bei 15 bis 30 EUR, je nach gewähltem Stil. Das ist selten günstiger als eine fertige Kette, die ab 14,90 EUR startet. Lohnt sich trotzdem — aber nur wenn dir das Basteln selbst Spaß macht oder wenn du etwas willst, das es so nirgends zu kaufen gibt.
Ich schreibe das aus zwei Perspektiven: ich habe selbst vor Jahren angefangen mit einer selbstgemachten Perlen-Kette. Und im Kundenservice sehe ich jede Woche Kundinnen, die fragen, ob DIY eine Option ist. Meine Antwort ist meistens: probier's aus, aber erwarte nicht, dass du Geld sparst.
SUSANNO Redaktion · Produktexpertin Handyketten seit 2022
Zuletzt aktualisiert am 20.04.2026
Materialkosten DIY: 15–30 EUR für eine Kette.
Zeitaufwand: 1,5–2 Stunden für Einsteigerinnen.
Fertige Kette bei SUSANNO: ab 14,90 EUR.
Lohnt sich wenn: du Unikate willst oder DIY magst.
Lohnt sich nicht wenn: du Geld sparen willst oder keine Zeit hast.
Was du wirklich brauchst — Material-Liste
Für eine einfache Perlen-Handykette um den Hals (110–130 cm) brauchst du folgende Materialien:
| Material | Menge | Kosten ca. |
|---|---|---|
| Schmuckdraht oder Nylon-Faden | 1,5 m | 3–5 EUR |
| Perlen (Süßwasser, Glas oder Kunststoff) | 60–100 Stück | 8–15 EUR |
| Metall-Karabiner | 2 Stück | 2–4 EUR |
| Ringverschlüsse / Endkappen | 2 Stück | 1–3 EUR |
| Schmuckzange | einmalig | 5–10 EUR |
Gesamtkosten für das erste Projekt: 19 bis 37 EUR, je nach Qualität. Die Schmuckzange brauchst du nur einmal, danach sinken die Materialkosten auf 14–27 EUR pro weiterer Kette.
Für eine Kordel-Variante ist es einfacher: gedrehte Baumwollkordel oder Polyester (2–4 EUR pro Meter) plus zwei Karabiner (2–4 EUR). Ohne Zange, ohne Zwischenelemente. Gesamtpreis 6–12 EUR — damit unterbietest du SUSANNO, aber der Look ist einfacher.
Schritt für Schritt: Perlen-Handykette in 2 Stunden
- Vorbereitung. Alle Perlen auf einer flachen Unterlage aussortieren, nach Farbe oder Größe sortieren. Draht auf 1,5 m abschneiden.
- Enden fixieren. Ein Ende des Drahts durch die Öse eines Karabiners fädeln, umdrehen und verzwirbeln. Mit der Zange festdrehen, damit der Karabiner nicht abrutscht.
- Perlen aufziehen. Perlen in der gewählten Reihenfolge aufziehen. Bei 60 Perlen ergibt das eine Kette von etwa 110 cm — für Handgelenk zu lang, für Hals gut.
- Abstände prüfen. Zwischendurch die Kette hochhalten und schauen, ob die Verteilung gefällt. Bei Unregelmäßigkeiten jetzt umordnen, später geht das nicht mehr.
- Zweites Ende. Wenn die Länge passt, zweiten Karabiner am anderen Ende befestigen. Gleiche Technik wie bei Schritt 2.
- Zug-Test. Kette flach auslegen, an beiden Karabinern leicht ziehen. Wenn sich Perlen verschieben oder Draht lockert, Schritt 5 wiederholen.
- Fertig. Karabiner in die Ösen deiner Handyhülle einhängen, Handy dranhängen, Sitz prüfen.
Wichtig: Verwende stabilen Schmuckdraht, nicht einfachen Nähfaden. Nähfaden reißt unter dem Gewicht eines modernen Smartphones (200+ Gramm) oft nach wenigen Wochen. Die zusätzlichen 2 EUR für guten Draht sind gut investiert.
Kordel-Kette selber machen — die einfachere Variante
Wer nicht mit Perlen arbeiten will, kann in 30 Minuten eine Kordel-Kette herstellen:
- Polyester- oder Baumwollkordel auf 125 cm Länge abschneiden (für Umhänge-Kette).
- An beiden Enden etwa 1 cm von der Schnittkante mit Feuerzeug vorsichtig anschmelzen — verhindert Ausfransen.
- An jedem Ende einen Metall-Karabiner anbringen: Kordel durch die Öse fädeln, Ende umschlagen, mit dünnem Faden oder Metallring fixieren.
- Knoten oder Endkappe drüber setzen, damit der Karabiner fest sitzt.
Das Ergebnis ist optisch nah an einer fertigen SUSANNO-Handykordel — nur mit dem Unterschied, dass die Karabiner-Befestigung von Hand manchmal weniger stabil ist als eine Fabrik-Verpressung.
Der ehrliche Kosten-Check: DIY vs. gekauft
| Kette | DIY-Kosten | SUSANNO-Preis | Differenz |
|---|---|---|---|
| Einfache Kordel | 6–12 EUR | 14,90 EUR | +3 bis +9 EUR gespart |
| Perlen-Kette | 19–37 EUR | 24,90 EUR | +6 EUR oder –12 EUR |
| Tuch-Kette | 15–25 EUR | 24,90 EUR | +10 EUR gespart |
| Premium Perlen (Süßwasser) | 25–50 EUR | ab 24,90 EUR | meist teurer als fertig |
Reine Kordel oder Tuch lohnt sich finanziell. Perlen-Ketten lohnen sich meist nicht — Material ist teuer, der Einzelpreis guter Süßwasserperlen oder Edelsteine liegt oft über dem Preisniveau unserer fertigen Perlen-Handyketten. Wer Unikate will, zahlt drauf.
Wann lohnt sich Selbermachen wirklich?
Drei Szenarien, in denen DIY die bessere Wahl ist.
Unikat-Wunsch. Du willst eine Kette mit spezifischen Farben, die es im Handel nicht gibt. Oder du willst Erinnerungsstücke einarbeiten — Muschel vom letzten Urlaub, geerbte Perle, Namensinitialen. Dann gibt es keine Alternative zum Selbermachen.
DIY als Hobby. Wenn dir Basteln Spaß macht, ist das ein Projekt mit sichtbarem Ergebnis. Du trägst das Resultat jeden Tag, bekommst Komplimente, kannst die Kette verschenken oder verkaufen.
Reparatur einer vorhandenen Kette. Wenn eine Kette beschädigt ist (Karabiner gebrochen, ein paar Perlen verloren), lohnt Ersatz selbst zu besorgen statt komplett neu zu kaufen.
Wann sich Selbermachen nicht lohnt
Drei Szenarien, in denen ein fertiges Produkt besser ist.
Zeitdruck. Du brauchst morgen eine Kette für eine Hochzeit oder ein Event. DIY mit Lieferzeit auf Material (2–5 Tage) plus Bastelzeit (2 Stunden) dauert länger als eine Bestellung mit 2–3 Tage Lieferung auf eine fertige Kette.
Handwerkliche Unsicherheit. Wenn du noch nie mit Schmuckdraht oder Karabinern gearbeitet hast, ist die erste selbstgemachte Kette fast nie perfekt. Karabiner halten schlechter, Perlen verschieben sich, Enden fransen aus. Die zweite Kette ist meistens besser — aber die erste hängt dann trotzdem an deinem Handy.
Premium-Anspruch. Wer eine Kette mit gleichmäßigen Süßwasserperlen und professionellen Metall-Endkappen will, zahlt in Kleinserie für Material oft mehr als fertige Produkte kosten. Unsere Perlen-Ketten werden in mittleren Serien produziert — das drückt den Preis.
Die häufigsten Anfängerfehler
Aus meiner Sicht die Top 4 der Fehler, die beim ersten DIY-Projekt passieren.
Zu dünner Faden. Nähfaden, dünner Nylonfaden oder einfache Schnur halten das Handy-Gewicht (200+ Gramm) nicht dauerhaft. Nimm Schmuckdraht in 0,5–0,7 mm oder geflochtene Polyester-Kordel.
Karabiner zu leicht. Mini-Karabiner aus dem Bastelladen haben oft Federn, die nicht richtig zuschnappen. Nimm feste Metall-Karabiner mit stabiler Feder — kosten 1 bis 2 EUR das Stück.
Perlen mit zu kleinem Loch. Wenn der Draht nicht durchpasst, musst du die Perle mit Gewalt fädeln — dann platzt sie oder reißt den Draht. Vorher prüfen, ob Loch-Durchmesser und Draht-Stärke zusammenpassen.
Länge nicht getestet. Eine Kette, die zu kurz oder zu lang ist, wirst du nicht tragen. Bevor du alles fixierst, leg die halbfertige Kette dir um den Hals und prüfe — lieber 10 cm zu lang als zu kurz.
Zwei Varianten für Fortgeschrittene
Wenn die erste Kette gelungen ist, lohnt sich ein Blick auf zwei anspruchsvollere Projekte.
Gedrehte Tuch-Kette
Zwei bis drei schmale Stoffstreifen (Seide oder Viskose, je 150 cm lang) übereinanderlegen und verdrehen, bis sie sich miteinander verschlingen. An beiden Enden Endkappen mit eingearbeiteten Ösen anbringen, in die Karabiner einhängen. Das Ergebnis ist optisch nah an einer TuchEdition. Materialkosten 15 bis 25 EUR, Zeitaufwand 90 Minuten. Anspruchsvoll in der Verarbeitung der Enden — dort entscheidet sich, ob es hält oder nicht.
Zweilagige Perlen-Variante
Zwei parallele Perlen-Reihen, verbunden durch kleine Metallringe in regelmäßigen Abständen. Optik ist breiter und opulenter. Materialkosten 30 bis 50 EUR, Zeitaufwand 3 bis 4 Stunden. Das ist ein Abendprojekt, nicht für Nebenbei.
Was machst du mit der selbstgemachten Kette?
Die fertige Kette brauchst du an deinem Handy angebunden. Du hängst die Karabiner entweder in eine Hülle mit Ösen oder in eine Universal-Halterung (4,90 EUR). Das ist bei selbstgemacht genauso wie bei gekauft. Details dazu im Ratgeber Wie befestigt man eine Handykette?
Häufige Fragen
Handykette selber machen — was brauche ich mindestens?
Mindestens: eine Kordel oder Perlen plus Draht, zwei Metall-Karabiner, eine Schmuckzange. Gesamtkosten ab 10 EUR für die einfachste Variante.
Wie lange dauert es, eine Handykette zu basteln?
Eine Kordel-Kette 30 Minuten. Eine Perlen-Kette 1,5 bis 2 Stunden. Bei der ersten kann es länger dauern, weil du dich ans Arbeiten mit Schmuckdraht gewöhnen musst.
Welchen Draht nehme ich für eine Handykette?
Schmuckdraht in 0,5 bis 0,7 mm Stärke. Dünner reißt unter Handy-Gewicht, dicker passt nicht durch Perlen-Löcher.
Ist selbstgemacht günstiger als kaufen?
Bei Kordel-Ketten ja (um 3–9 EUR). Bei Perlen-Ketten oft nicht — Material-Qualität muss stimmen, sonst reißt es schnell. Fertige Ketten starten bei 14,90 EUR.
Hält eine selbstgemachte Handykette genauso lange?
Bei sauberer Arbeit ja, oft sogar länger, weil du die Qualität direkt kontrollierst. Schwachstelle ist fast immer die Karabiner-Befestigung — wenn die hält, hält die ganze Kette.
Wo kaufe ich DIY-Material für Handyketten?
Bastel-Läden wie Idee, Bucilla oder online bei Etsy, Amazon, Perlentauscher. Wichtig: auf Metall-Karabiner achten (nicht Kunststoff) und Schmuckdraht in ausreichender Stärke.
Kann ich meine alte Halskette zur Handykette umbauen?
Manchmal ja. Wenn die Kette aus Metall-Gliedern oder Perlen besteht und stabil genug ist, kannst du die Länge kürzen, zwei Karabiner anbringen und sie als Handykette nutzen. Bei filigranem Schmuck hält das aber nicht.
Gibt es fertige DIY-Kits?
Selten. Die meisten Hersteller verkaufen entweder Material einzeln oder fertige Ketten. Ein vorgepacktes Kit für Handyketten hat sich im Markt nicht durchgesetzt — fertige Ketten ab 14,90 EUR sind dafür zu günstig.
Selbermachen kann Spaß machen und zu Unikaten führen. Spart dir aber selten Geld, weshalb die meisten Kundinnen nach ersten Versuchen auf fertige Handyketten umsteigen. Was du für dich wählst, hängt an Zeit, Budget und Bastelfreude. Siehe auch: Ist eine Handykette sinnvoll? und Welche Handykette ist die beste?